Terminvereinbarung
Die Verwaltung der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal wird in den einzelnen Fachämtern durch den Verwaltungsverband „Am Klosterwasser“ organisiert.
Sprechzeiten in Rosenthal:
Di. 14:00 - 18:00 Uhr
Do. 14:00 - 18:00 Uhr
Sprechzeiten Bürgermeister:
Do. 15:00 - 18:00 Uhr
nach Vereinbarung
Terminvereinbarung
Die Verwaltung der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal wird in den einzelnen Fachämtern durch den Verwaltungsverband „Am Klosterwasser“ organisiert.
Elektronisches Amtsblatt
Amtliche Bekanntmachungen des Verwaltungsverbandes „Am Klosterwasser“ werden im elektronischen Amtsblatt veröffentlicht.
Cunnewitz wurde vom altsorbischen końovici hergeleitet, das wohl dem sorbischen kóń= Pferd entstammt. Demnach bezeichnet der Name des Ortes die Bewohner, welche Pferde hielten. Einige Dreiseithöfe und Beispiele der alten Volksbauweise bezeugen noch deutlich die Vergangenheit eines ansehnlichen Bauerndorfes. 1349 wurde die Gegend von einer Pestepidemie heimgesucht. Daran erinnert das so genannte Pestkreuz mit Pestfriedhof im östlichen Teil der Ortschaft. Eine Besonderheit aus der Vergangenheit stellt ein hölzerner Bildstock aus der Zeit um 1560 dar.
Nachdem das einzigartige Denkmal der Volksfrömmigkeit mit seinen übereinander und nebeneinander angeordneten Bildnischen über die Jahrhunderte im Freien gestanden hat, nimmt es seinen Platz in der 1894 im neugotischen Stil errichteten Kapelle ein. Neben der Kapelle befindet sich eine Betsäule mit der Jahreszahl von 1762. An der Straße von Cunnewitz nach Wittichenau steht eine Granitsäule mit drei Bildreliefs im Aufsatz, die im Volksmund als „Totes Mädchen“ bezeichnet wird. An der Stelle soll um das Jahr 1660 ein Mädchen aus Cunnewitz, die als Taufpatin geladen war, wegen des reichen Schmucks an ihrer sorbischen Festtracht von einem Landstreicher ermordet worden sein. Gab es im Jahr 1955 insgesamt 62 tägliche Trachtenträgerinnen, wurde im Jahre 1984 die Alltags- und Festtracht In Cunnewitz noch von 30 Frauen getragen. Heute sind es nur noch einzelne ältere Frauen, die die Alltagstracht tragen.
Nach der Grenzziehung (Preußen – Sachsen) entsprechend der Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1815, wurde aufgrund einer päpstlichen Bulle aus dem Jahre 1821 das ganze Dorf Cunnewitz der Kirchgemeinde Ralbitz zugeordnet. An der Alten Straße, die durch die weiten Waldstrecken östlich des Ortes führt, markiert noch der Grenzstein mit den Initialen KP und KS den ehemaligen Grenzverlauf zwischen dem Königreich Sachsen (KS) und dem Königreich Preußen (KP). Unweit des Grenzsteines diente der „Zigeunerbrunnen“ dem fahrenden Volk einst als Rastplatz.
Gränze ist die kleinste Ortschaft der Gemeinde. Beim Ortsnamen handelt es sich um das aus dem Slawischen ins Deutsche gelangte Wort granica ‚Grenze‘. Der 1352 erstmals erwähnte Ortsname die Grenicz bezeichnete wohl die Lage des Ortes an der Ostgrenze des Besitzes der Herren von Kamenz, denen laut Stiftungsurkunde des Klosters St. Marienstern von 1248 große Teile der westlichen Oberlausitz gehörten.
Im Ort findet man zwei landschaftlich typische Betsäulen aus dem 18. Jahrhundert. Als Teil der Sorabia Agrar AG befindet sich auf dem Territorium der Gemarkung Gränze die Łužica Milch- und Rindfleisch GmbH. Zu Zeiten der DDR war es eine Milchviehanlage der Agrargenossenschaft Sorabia, in der 1000 Kühe von 12 Arbeitskräften in einer Schicht betreut wurden.
Unmittelbar am Klosterwasser liegt der kleine Ort Laske. Der Ortsname stellt die Verkleinerungsform zum altsorbischen łaz, durch Rodung urbar gemachtes Land dar. Laske, 1417 erstmals erwähnt, war bis 1616 Sitz eines kleinen Rittergutes.
Nach dem Besitzwechsel wurde es zum Vorwerk des Klosters Marienstern. 1865 brannte das Klostergut völlig ab. An seiner Stelle wurde ein Forsthaus errichtet. Der Ort ist zum Großteil von einem ehemals weit ausgedehnten Auenwald umgeben, der zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.
Der bekannte Dresdner Maler Fritz Tröger (1894-1978) hatte seit 1936 seine Zweitheimat in Laske. In der Umgebung des Ortes entstanden viele seiner Arbeiten, in denen er die dörfliche Landschaft und ihren Alltag darstellt. Die barocke Betsäule an der Dorfstraße soll zur Zeit einer Pestepidemie errichtet worden sein. Eine weitere Säule mit Bildreliefs befindet sich am östlichen Rand des Auwaldes am Kirchweg nach Ralbitz mit der Jahreszahl 1770. Diese Betsäule stand ursprünglich in Dörgenhausen und wurde 1973 hierher versetzt, um sie vor dem Verlust zu bewahren.
Naußlitz wird erstmals im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Marienstern genannt und zeigt auf die altsorbische Form, welche demnach die Bewohner einer neu begründeten Siedlung beschreibt. Der Ort selbst wird in der Urkunde unter dem Namen Novosedlitz erwähnt. Dieser Ortsname weißt auf die mittelalterliche Rodungstätigkeit und den sorbischen Landesausbau entlang des Klosterwassers hin. Im Gegensatz zu den ältesten Ortsgründungen ist es keine Rundanlage mehr, sondern ein Straßendorf. Naußlitz wurde im Jahre 1945 in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges zu etwa 90% zerstört, als es aufgrund des mehrmaligen Wechsels des Frontverlaufs in dieser Gegend zu starken Kampfhandlungen zwischen Einheiten der deutschen Wehrmacht und Truppen der 2. Polnischen Armee und der Roten Armee kam. Allein im Ort Naußlitz fielen auf beiden Seiten an die 50 Soldaten und in den Gehöften verendeten 121 Kühe und Pferde. In der kleinen Dorfkapelle sind namentlich die Gefallenen aus dem Ort an den Fronten beider Weltkriege genannt. Heute ist das Dorf entlang der Hauptstraße nach Königswartha ein kleines Schmuckstück, welches zum kurzen Verbleiben auf einer der Bänke mitten im Ort einlädt.
Westlich von Schmerlitz steht mitten im Wald ein kleines Gehöft - Neu-Schmerlitz, im Volksmund auch Buschschänke genannt. Im Jahre 1855 bestand die Siedlung aus 5 Häusern mit 22 Einwohnern. Gegenwärtig hat der Ortsteil eine einzige Bewohnerin. Bereits 1780 wurde hier eine Gaststätte erwähnt. Für die klösterlichen Fuhrleute, die aus den hiesigen Klosterforsten mit ihren schweren Fuhren das Brennholz ins Kloster zu transportieren hatten, bot sich hiermit eine günstige Übernachtungsmöglichkeit. Die Buschschänke, die rechts der Straße nach Döbra stand, brannte im Jahre 1918 völlig ab und wurde nicht mehr aufgebaut.
Ralbitz wird 1264 in einer Urkunde des Klosters Marienstern als Radelwiz erwähnt. Ralbitz, das zum ältesten Besitz des Klosters Marienstern gehört, hatte einst ein Allodium. Als der Ort 1248 ans Kloster Marienstern kam, verteilte dieses die drei Hufen des Freigutes an Bauern.
Ralbitz ist mit seiner Pfarrkirche Mittelpunkt des Landes am Unterlauf des Klosterwassers. Allerdings lassen sich die frühesten kirchlichen Verhältnisse nur schwerlich darstellen. 1515 wird erstmals ein „altaris in Radelwicz“ erwähnt. Die Dreifaltigkeitssäule auf dem Dorfplatz von Ralbitz weist auf den vermutlichen Standort der alten Kirche hin, wo bereits vor der Zerstörung durch die Hussiten 1429 eine Kirche oder Kapelle gestanden haben soll. Die heutige Pfarrkirche ad St. Catharinam wurde 1752 erbaut und 1754 wurde Ralbitz zur selbstständigen Parochie erhoben. Am 27. April 1945 brannte die Kirche infolge der Kriegshandlungen bis auf die Grundmauern nieder. Eine Besonderheit stellt der Friedhof von Ralbitz mit seinen weißen Holzkreuzen dar.
Die Sorbische Grund- und Mittelschule Ralbitz ist ein wichtiger Schulstandort des zweisprachigen Gebietes der Oberlausitz. Sorbisch ist hier in mehreren Fächern die Unterrichtssprache. Das alte Schulgebäude in der Dorfmitte wurde im Jahre 2006 saniert. 1896 war ein Modell der damaligen Schule eines der sorbischen Exponate auf der ersten Sächsischen volkskundlichen Ausstellung in Dresden. An der westlichen Gemarkung der Ortschaft führt der Weg vorbei an einer Feldkapelle aus dem Jahre 1851. Die Bedeutung von Ralbitz als Zentralort wird auch dadurch unterstrichen, dass es in der Ortschaft neben dem Fußballstadion eine Arztpraxis und einen Kindergarten gibt.
Der Ort wurde erstmals um 1350 als Rosental, später auch als Rosintal erwähnt. Vom 17. Jahrhundert an ist die Grundherrschaft des Klosters Marienstern nachgewiesen. Seit 1875 heißt der Ort Rosenthal.Die sorbische Namensform Roszant oder zu altsorbisch róžeń ‚Querholz‘ gehört und demnach eine Siedlung am Knüppelweg bezeichnete, der hier durch eine sumpfige Bodensenke führte, bleibt ungewiss. Aufgrund der Gegebenheiten der Ortslage mussten jedenfalls früher beim Bau der Häuser Eichenstämme als Fundamente in den Boden eingelassen werden.
Nach dem Zinsregister von 1375/82 leisteten acht Rosenthaler Gehöfte Abgaben an das Kloster. 1506 erwarb das Kloster auch den restlichen Teil des Ortes. Die patrimoniale Abhängigkeit des Dorfes gegenüber dem Kloster bestand bis 1836. Damals hatte Rosenthal 166 Einwohner. Die große Wallfahrtskirche zur Maria von der Linde mit ihrem hohen Kirchturm und seiner geschwungenen Turmbedeckung ist wie unverwechselbares Wahrzeichen weit zu sehen. Der Mariengnadenort ist im Bewusstsein der hier beheimateten Menschen tief verwurzelt. Als Pilgerstätte ist Rosenthal weit über das Städtedreieck Bautzen-Kamenz-Wittichenau hinaus in der Diaspora des Bistums Dresden-Meißen bekannt.
Mit der Jahreszahl von 1682 steht am südöstlichen Ortsausgang die älteste der für das Gebiet der katholischen sorbischen Lausitz markanten Betsäulen. Im Ort befinden sich weiter Gebetssäulen, auch auf privaten Grundstücken und auf der großen Wallfahrtswiese. Dort am Waldrand, wo bei besonderen Anlässen die Gottesdienste unter freiem Himmel stattfinden, steht eine 1833 errichtete Sühnungskapelle. Rosenthal ist Sitz der Sorabia Agrar AG, eines landwirtschaftlichen Unternehmens mit den Schwerpunkten Ackerbau, Milchproduktion und weiteren gewerblichen Tochterunternehmungen. Bis 1994 war Rosenthal eine eigenständige Landgemeinde mit den Ortsteilen Piskowitz, Schmerlitz und Zerna (seit 1974). Dann wurde es mit der Gemeinde Ralbitz zu Ralbitz-Rosenthal vereinigt.
Der Ortsname lässt sich von sorb. smjerdźeć ‚stinken‘ herleiten und bezieht sich ursprünglich auf einen alten Gewässernamen, auf ein langsam fließendes Dorfbächlein mit sumpfigem Geruch. Der eingedeutschte Name Schmerlitz wurde später an den Fischnamen Schmerle angeglichen. In der sumpfigen Aue eines Nebenbächleins des Klosterwassers befand sich in Schmerlitz eine mittelalterliche Wasserburg. Der einstige Herrensitz wurde in den 1920iger Jahren abgetragen. Eine Besonderheit stellt der alte steinerne Wegweiser an der Straßengabelung in der Dorfmitte durch seine zweisprachigen Ortsangaben dar. Um 1846 begann man in der hiesigen Gegend erste zweisprachige Wegweiser aufzustellen.
Schmerlitz ist der Geburtsort der Gebrüder Bjedrich. Die Gedenktafel am ehemaligen Geburtshaus am Westausgang des Ortes erinnert an den Volkserzähler Mikławš Bjedrich-Radlubin (1859-1930) und den Dichter Michał Bjedrich-Wjeleměr (1855-1876). Radlubin nimmt in der sorbischen Literatur einen besonderen Platz durch seine mannigfaltige Sprache und humorvolle Schilderungen des Volkslebens ein. An ihn erinnert auch eine Gedenktafel am hiesigen Kulturhaus. Hier ist ebenfalls die bekannte sorbische Volkstanzgruppe Schmerlitz beheimatet, die als Tanzgruppe vorwiegend sorbische Tanzfolklore pflegt, um auf diese Weise Traditionen und Bräuche des sorbischen Volkes zu zeigen. Neben Auftritten in der Lausitz und in Deutschland führten zahlreiche Tourneen die Tänzer auch zu internationalen Folklorefestivals nach Polen, Lettland, Tschechien, Slovakei, Spanien, Argentinien, Süd-Korea und andere Staaten. Die Tanzgruppe ist Mitorganisator des Folklorefestivals in Crostwitz.
Die weite Flussaue des Klosterwassers, welches Schönau vom unmittelbar benachbarten Cunnewitz trennt, hat zur Namensgebung des Ortes beigetragen. Die Siedlung wurde 1374/82 erstmals erwähnt und bezeichnete eine Siedlung in der schönen Aue. Im Gegensatz zum Bauerndorf Cunnewitz war Schönau Sitz eines deutschen Rittergutes mit sorbischen Siedlern. Die Ortschaft entwickelte sich um eine mittelalterliche Wasserburg, die vom späteren, heute noch vorhandenen ehemaligen Herrenhaus Anfang des des 18. Jahrhunderts überbaut wurde. Das Rittergut Schönau, welches u. a. im Besitz der Adelsfamilien von Luttitz und von Loeben war, erwarb im Jahre 1837 das Kloster Marienstern. Ein Hinweis darauf, dass die gesamte Anlage mit landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden und einer Bierbrauerei in den Klosterbesitz übereignet wurde, ist das Klosterwappen über dem Torgesims. Das Klostergut hat 1990 seine landwirtschaftliche Tätigkeit eingestellt. Im ehemaligen Herrenhaus befindet sich eine Gottesdienstkapelle St. Agnes.
Die Häusergruppe um das Gasthaus im südlichen Ortsteil heißt im Volksmund „Fabrik“. Die Bezeichnung weist auf eine ehemalige Kattunmanufaktur hin, welche Anfang des 19. Jh. gegründet wurde und bis etwa um 1880 bestand. Das erste elektrische Licht bekam die Ortschaft im Jahre 1920. Allerdings durfte die einzige Dorfbeleuchtung von 1927 im Winter bis 21 Uhr und zur Kirmes ausnahmsweise bis 23 Uhr leuchten. In der Dorfmitte steht ein Denkmal für die Bewohner des Ortes, die in den beiden Weltkriegen gefallen waren. Im südlichen Ortsteil erinnert eine Gedenktafel an den Wissenschaftler Jurij Młynk (1927-71), der sich große Verdienste um sorbisches Schrifttum und Kulturgeschichte erworben hat.
Der Ortsname wurde urkundlich erstmals im Jahre 1419 als "Czschema" erwähnt und ist abgeleitet vom sorbischen Wort "sorna" = Reh. Der sorbische Ortsname Sernjany benennt demnach die „Bewohner aus Zerna“. 1777 zählte die Ortschaft 24 Häuser. Im Mittelalter gab es hier am linken Ufer des Klosterwassers eine Wasserburg. Die Legende über die Auffindung der Gnadenjünger des Wallfahrtsortes Rosenthal nennt einen Ritter Lucian von Zerna.
Vom letzten adligen Besitzer ging das Rittergut 1838 in den Besitz des Klosters Marienstern über. Der ehemalige Herrensitz wurde 1980 abgetragen. Auf dem Gelände befindet sich heute ein Sägewerk. Die Anfänge eines ersten Dampfsägewerks reichen hier zurück bis in die Zeit um 1900.
Ein besonders schönes Beispiel der dörflichen Fachwerkbauweise ist das Dreiseitgehöft der ehemaligen Schmiede am südlichen Ortsrand. Die barocke Betsäule aus dem Jahre 1790 am östlichen Ortsrand gehört zu typischen wie auch bemerkenswerten Denkmälern der Gegend.